Spektakuläre Wanderung vom Harder Kulm Interlaken zum Augstmatthorn

Eine traumhafte Höhenwanderung im Berner Oberland

Wer kennt sie nicht, die Bilder von diesem schmalen Hardergrat, wo es links und rechts senkrecht runter geht und von dem aus es diese spektakulären Ausblicke auf die Bergewelt der Jungfrauregion mit Eiger, Mönch und Jungfrau sowie auf den See gibt. Die Gratwanderung entlang des Augstmatthorns wird immer wieder zu den „10 schönsten Wanderungen der Welt“ gekürt. Uns war klar, da wollen wir hin. Inzwischen haben wir die Wanderung mehrmals gemacht.

Für uns ist es jedes Mal wieder ein ultimatives Wandererlebnis. Vorab sei gesagt, plant euch genügend Zeit ein. So könnt ihr die Wanderung und all diese unglaublichen Ausblicke vollends geniessen und habt auf jeden Fall genug Spielraum, immer wieder Stopps einzulegen.

Für diesen Ausflug gibt verschiedene Wander-Varianten. In unserem Blog beschreiben wir unsere Wanderung von der Talstation Harderbahn in Interlaken via Harder Kulm, dem Hausberg Interlakens, hinauf zum Augstmatthorn und weiter abwärts zur Lombachalp.

Da diese Wanderung inzwischen sehr beliebt ist, machen wir uns schon früh auf den Weg. Vielleicht schaffen wir es so, einen Grossteil der Wanderung alleine unterwegs zu sein. Bereits um 7 Uhr sind wir an der Talstation Interlaken. Normalerweise gibt es zwei Möglichkeiten, auf den Harder Kulm zu kommen. Entweder man wandert hoch (4km mit 750m Höhenmetern) oder man nimmt die Seilbahn, die einen in 7 Minuten auf den Harder Kulm hochfährt. Die Entscheidung sollte je nach Zeitbudget und auch Kondition getroffen werden. So schont die zweite Option definitiv die Beine und Energie.

Start am Harder Kulm, Interlaken

Um 7 Uhr haben wir allerdings keine Wahl, die Seilbahn noch nicht fährt (hier findet ihr Infos zum Fahrplan) und somit starten wir die erste Etappe zum Harder Kulm zu Fuss.

Der erste Abschnitt der Wanderung führt uns über Stock und Stein und in steilen Kurven immer weiter den Harder bergauf. Nach gut 30 Minuten haben wir das „Bleiki“ erreicht. Die Aussicht auf den Brienzersee ist spektakulär. Von hier geht es weiter Richtung Aussichtspunkt bei der „Hardermatte“. Nun sind es noch wenige Kurven und nach gut 1 Stunde sind wir oben auf dem Harder Kulm angekommen. Der Aufstieg ist knackig, die ersten 750 Höhenmeter sind geschafft. Es erwartet uns eine grandiose Aussicht auf Interlaken, der Bergkette mit Eiger, Mönch und Jungfrau sowie den Thunersee und den pyramidenförmigen Niesen. Alles eingebettet in eine wunderschöne Morgenstimmung und absoluter Ruhe.

Wir machen kurz ein paar Fotos, essen unser erstes Sandwich, um uns dann gestärkt auf den Weg in Richtung Augstmatthorn zu machen. Vorbei am Restaurantgebäude folgen wir den Wegweisern. Auf dem Schild wird die Wanderzeit mit 3½ Stunden angegeben. Püh, da haben wir ja noch etwas vor uns.

Weiter Richtung Augstmatthorn

Der Wanderweg von Harder Kulm beginnt mit einem stetigen und steilen Anstieg in den dichten Bergwald. Im Zickzack geht es am Südhang des Harder Kammes entlang und bald erreichen wir den Wannichnubel. Der Wald hat etwas von einem Märchenwald, die Stimmung am Morgen ist wunderschön und durch den Wald locken immer wieder Ausblicke zum See oder dem Habkerntal. Allerdings zieht sich der Weg bergauf durch den Wald ganz schön in die Länge. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wir den Aufstieg zum Harder Kulm bereits in den Beinen haben. Langsam fragen wir uns: „Wann kommen wir auf den Grat? Wo sind die Aussichten?“ Es braucht ein wenig Geduld!

Während wir wandern, wird uns wieder einmal bewusst, in was für einem schönen Land wir wohnen. Solch eindrucksvolle Natur vor der Haustüre zu haben, ist einfach unbezahlbar.

Auf dem Hardergrat

Wir erreichen die Roteflue und schon bald lassen schliesslich auf der Horetalp den Wald hinter uns. Es führt ein schmaler Pfad auf den Gipfel des Grats und dann eröffnen uns sich einfach unglaubliche Panoramaausblicke. Unfassbar schön, wir sind überwältig. Dazu das Gefühl, auf einem Grat unterwegs zu sein. Immer wieder halten wir inne und geniessen diese Momente. Ich weiss nicht, wie oft wir uns gegenseitig gesagt haben, wie unglaublich schön es hier oben ist.

Wir gehen weiter. Auf dem Weg zum Augstmatthorn liegt der imposante Gipfel des Suggiture vor uns. Der Wanderweg selbst mag hier recht anspruchsvoll erscheinen, da er sich direkt auf der Kammlinie befindet, aber er ist relativ flach und breit und fällt nur gelegentlich zur einen oder anderen Seite ab. Allerdings kann man sich leicht von diesen Ausblicken ablenken lassen. Somit heisst es, Konzentration auf den Weg beibehalten.

Wir erreichen den Suggiture

Der Aufstieg zum Suggiture wird technischer – er ist steil mit teils sehr hohen Stufen und es gibt einige exponierte Abstürze zu einer Seite. Keine Sorge, an den kniffligeren Stellen gibt es ein Seil zum Festhalten. Uns macht dieser Part sehr viel Spass, es geht nur langsamer voran. Dieser Abschnitt ist mit einigen Höhenmetern in dieser Höhe doch recht anstrengend.

Wir erreichen den Gipfel der Suggiture (2.085 m) und die Aussicht auf die atemberaubende Landschaft mit seinen schneebedeckten Gipfeln und dem türkiesfarbenen Brienzersee ist noch eine Stufe spektakulärer. Hinzu kommt der Ausblick auf den langen Grat, der sich kilometerweit bis zum Brienzer Rothorn am anderen Ende des Brienzersees erstreckt. Der Blick macht uns sprachlos. So idyllisch, so wunderschön. Es ist durchaus möglich, den ganzen Grat zu wandern. Wer das machen möchte, sollte sich vorab gut über die Strecke informieren. Wenn man nicht schwindelfrei ist, würde ich die Route keinesfalls empfehlen, es gibt ein paar ziemlich furchteinflössende Stellen auf dem Grat. Es hat auch Kletterpartien, bei denen man definitiv die Hände zum Auf- und Abstieg braucht.

Nach einer kurzen Verschnauf- und Fotopause steigen wir den Suggiture ab und folgen dem Pfad zum Augstmatthorn. Die Strecke zwischen den beiden Gipfeln beginnt mit einem steilen und felsigen Abstieg (auch hier gibt es einige Griffe für die schwierigeren Stellen), der schnell in einen richtigen Grat übergeht. Der Pfad ist weiterhin breit genug, um sicher gehen zu können.

Abstieg Suggiture Interlaken

Zwischen den Gipfeln ist es Zeit nach Steinböcken Ausschau zu halten. Leider haben wir ein schlechtes Timing und sehen kein Tier. Aber vielleicht habt ihr mehr Glück.

Eindrucksvolle und unvergessliche Ausblicke vom Augstmatthorn

Wir erreichen das Augstmatthorn (2136m) und saugen weiterhin die spektakulären Ausblicke in uns auf. Es ist bombastisch und können es kaum fassen, wie beeindruckend das Panorama doch ist. Ein hochgenuss mit Suchtpotenzial. Wir verstehen, warum dieser Hike zu den Favoriten gehört. Hier oben ist genügend Platz und wir legen eine Pause ein, bevor wir uns an den Abstieg zur Lombachalp machen.

Sobald Sie die Gipfel von Suggiture und Augstmatthorn erreicht haben, werden Sie höchstwahrscheinlich auf andere Leute treffen, die von der Lombachalp heraufwandern. Vielleicht berichten wir in einem weiteren Blog über diese Variante.

Der Abstieg führt über einen steilen Pfad im Zickzack den Berg herunter und uns wird einmal wieder bewusst, dass das Rauflaufen so viel angenehmer ist, als das Runterlaufen. Wir spüren nach der langen Wanderung die Oberschenkel und wir sind wirklich froh, als wir den Parkplatz Lombachalp (1559m) und die Alphütte erreicht haben. Die leeren Batterien können wir auf der Lombachalp bei leckerem Kuchen und einen kalten Getränk schnell wieder füllen.

Von der Lombachalp nehmen wir den Alpinbus zurück nach Habkern und von dort aus das Postauto nach Interlaken. Wichtig: Für den Alpinbus erfordert es eine Reservation / Anmeldung. Das Ticket kostet 10 Franken. Infos dazu findet ihr hier.

Wenn ihr nach den 16km noch nicht genug habt, könnt ihr alternativ auch noch weiter bis nach Habkern wandern. Dabei geht es bei mässigen Gefälle zunächst ein paar Minuten entlang der asphalierten Strasse bevor der Wegin den Wiesenrain einschwenkt, der über Schwendallmi zur Bol-Brücke unterhalb Bolsiten und nach Habkern führt.

Die Wanderung auf das Augstmatthorn ist kein Sonntagsspaziergang. Etwas Kondition sollte vorhanden sein. Aber wenn ihr genug Zeit einplant und es gemütlich nehmen könnt, ist es kein Problem. Jeder Schweisstropfen ist es wert!

Wenn das nach einem Traum klingt und du Lust auf eine anspruchsvolle, aber ein eindrucksvolles Ganztageswanderung haben, dann ist dies das ultimative Wandererlebnis. Unglaubliche Aussichten, eine abwechslungsreiche Strecke, vielleicht sogar Steinwild – das lässt doch jedes Wanderherz höher schlagen.

Anreise
Mit Zug oder Auto nach Interlaken Ost, Parkplatz direkt am Bahnhof vorhanden.

Duration Dauer
5-6 Stunden mit Pausen und Fotostopps, ca. 4.5 Stunden Laufzeit

Strecke
16 km, Talstation – Augstmatthorn – Lombachalp

Altitude Höhenmeter
1.623m

Kondition
Mittelschwer bis schwer

Season Beste Monate
Juni – September (wetterabhängig, macht diese Wanderung nicht, wenn es geregnet hat oder nass ist, da der Pfad dann rutschig ist und sehr gefährlich werden kann)

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