Downhill-Spass im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis

Von Flow bis Action – Bikespass für die ganze Familie

Eigentlich wollten wir in den Herbstferien ans Meer. Aus bekannten Gründen war das nicht möglich. Es wurde kurzfristig umdisponiert und somit sollte es statt auf das Surfbrett auf das Bike gehen. Was braucht man, um mit der Familie entspannte Tage auf dem Mountainbike zu verbringen? Abgesehen von der richtigen Ausrüstung sollte der Bike-Park/die Bike-Region unseren verschiedenen Bedürfnissen entsprechen. Der Junior mag Airtime, Papa schnelle Trails und die Mama flowige Strecken. Das alles unter einen Hut zu bekommen, ist alles andere als einfach.

Wir checkten verschiedene Park in der Schweiz. Wir stellten fest, dass Anfang Oktober die Bike-Parks, die für uns in Frage kommen würden, nicht mehr offen waren. Wir weiteten die Suche über die Grenzen der Schweiz aus und stiessen auf den Bikepark Fiss in Tirol, dessen Angebot sehr vielversprechend klang.

Der Park ­bietet für Anfänger und Experten neun unterschiedliche Strecken. Zudem gibt es einen Slopestyle-Bereich mit unterschiedlichen Jumplines, einer Drop-Batterie und einem Bag-Jump. Sollte etwas sein, würde es direkt an der Gondelstation Waldbahn sogar einen grossen Shop mit Werkstatt und Verleihstation geben. Hörte sich für uns perfekt an. Schnell war eine Unterkunft gefunden und unser Aufenthalt geplant. Es waren 3 Nächte, 2 volle Tage vor Ort zum Biken.

Wir kamen abends in Fiss an. Serfaus-Fiss-Ladis liegt in einer Höhe von rund 1400 Metern auf einem sonnigen Hochplateau, gut 500 Meter über dem Tiroler Inntal. Das sehr freundlich Personal begrüsste und checkte uns ein. Wir erhielten Bike- und Trailkarten sowie eine Bikepark-Karte in analogen Form, die wir beim Abendessen schon einmal ausführlich studierten. Es gab uns einen ersten Überblick, wir staunten über das grosse Areal und wir sahen, dass der Bikepark in nur kurzer Distanz zum Dorfzentrum liegt. Wir freuten uns sehr auf die bevorstehende Tage. Noch nie haben wir «Bike-Ferien» gemacht oder sind in einem solchen Bikepark gefahren. Mit grosser Vorfreude auf den nächsten Tag gingen wir schlafen.

Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem leckeren Frühstück parat und wir radelten zu Waldbahn, der Station des Bikeparks.

Als wir den Parkplatz passierten, sahen wir bereits einen grossen Kids Fahrradpark, Pumptrack, Dirt Line, Slopestyle Parkour und sogar ein riesiges Luftkissen. Wir kauften uns unsere Tageskarten (neben vielen kostenlosen Attraktionen bekommt man mit der Super.Sommer.Card auch 5€ Rabatt auf die Bikepark Tageskarte) und gingen mit der Rolltreppe bequem zum Einstieg der Gondel.

Eine Bahn fast nur für Biker – fast zu schön, um wahr zu sein. In jede Gondel durfte eingestiegen werden. Das sehr freundliche Personal half den kleinen Bikern sogar beim Einsortieren der Räder in die Gondel. Es ging bergauf und unter uns tat sich ein Trail-Netz auf und die Vorfreude stieg weiter. Aber auch die Spannung, was uns so erwarten wird.

Zufällig trafen wir auf Bekannte und dessen Sohn. Keanu war natürlich super happy, so hatte er einen Freund, der mit ihm Vollgas gab.

Bei der Bergstation auf 1.840m angekommen, war uns sofort klar, wo es langgeht. Eine grosse Übersichtstafel bildete alle Trails des Bikeparks samt Schwierigkeitsgrad ab. Dank des sehr guten Beschilderungskonzeptes war es schier unmöglich, einen Trail-Einstieg nicht zu finden. Es blieb nur die Frage: Mit welchem Trail soll’s losgehen?

Für unsere erste Abfahrt wählten wir den «Milky Way» aus. Er ist der längste der drei blauen Trails und führt von der Bergstation in vielen langgezogenen, flachen Kurven hinunter zur Talstation. Bereits nach den ersten hundert Metern wurde schnell klar, das wird ein grosser Spass. Weiter ging es mit «Morning Glory» – der Name war Programm – und der roten Strecke „Strade del Sole“. Wir sind begeistert. Die Strecken waren perfekt geshaped – mit viel Flow, grossen Anliegern, Wallride’s und vielen Sprüngen. Da alle Hindernisse und Sprünge problemlos umfahren bzw. überfahren werden konnten, waren diese Strecken für uns alle geeignet.

Die Jungs checkten natürlich alle Piste aus, so auch die schwarze Downhill- und die „Hill Bill“- Strecke. Zwei sehr schöne naturbelassene Strecken mit vielen Wurzelpassagen, grossen Sprüngen und Drops. Und auch den Hüttensprung konnten sie natürlich nicht auslassen.

Ohne längere Pausen ging es hoch und runter. Und mit jeder Fahrt gab es mehr Sicherheit und vor allem bei Britt weichte die anfängliche Anspannung dem Spass. Bei uns allen steigerte sich der Spass mehr und mehr, man kam richtig in den Flow, jeder von uns wurde mutiger und es wurde mehr auf den Strecken «gespielt».

Der erste Tag neigte sich schnell zu Ende. Wir sind platt, aber nicht unser breites Grinsen. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man völlig k.o. aber überglücklich auf dem Bett liegt? Wenn ja, dann könnt ihr nachvollziehen, wie es uns erging.

Tag 2 begann nach einer durchgeschlafenen Nacht mit einem leckeren Frühstück. Ein Blick aus dem Fenster zeigte, uns erwartete wieder ein grossartiger Tag. Die Freude auf einen weiteren Tag in diesem tollen Bikepark ist riesig und wir sind mit Öffnung der Bergbahn vor Ort. Die Jungs sind sofort auf und davon. Britt allerdings liebäugelte mit dem Frommestrail, von dem ihr tags zuvor vorgeschwärmt wurde.

Frommestrail

Neben dem Bikepark bietet die Region Fiss einen Biketrail abseits des Parks, den sogennanten Frommestrail. Dieser startet beim Schönjöchl auf 2490m.  

Ein Blick gen oben zeigte jedoch, dass aufgrund des frühen Wintereinbruchs die Tage zuvor oben Schnee liegt und wir waren unsicher, ob wir diesen Trail fahren könnten. Britt erkundigte sich im Bikeshop, über die Strecke und die Bedingungen. Freudestrahlend kam sie zurück, der Plan war gefasst. Es ging auf den Frommestrail, gemeinsam mit Roger. Der Junior winkte ab und entschied sich, weiter im Park zu fahren.

Mit der Schönjochbahn ging es für uns auf knapp 2500 Meter. Es war frisch und wir stapften durch den Schnee, waren aber von der Aussicht total beeindruckt. Unfassbar schön. Bis zum Einstieg in den Trailspass mussten wir noch ein paar Höhenmeter bewältigen. Fahren war aufgrund der Schneebedingungen nicht möglich und so stiessen wir die Bikes. Ganz sicher, ob es die richtige Entscheidung war, waren wir nicht. Aber nun wollten wir auch nicht mehr umdrehen. Wir erreichten das imposante Schönjochkreuz und somit den Einstieg in den Trail, genossen aber erst noch den atemberaubenden Rundum-Blick.

Biken im Frommestrail Serfaus-Fiss-Ladis

Die ersten Meter und die ersten kurvigen Passagen waren durch den Schnee noch etwas tricky, aber als wir die ersten Höhenmeter geschafft hatten, wurde es besser und wir konnten den Trail in vollen Zügen geniessen. Dieser entpuppte sich als ein absoluter Traum.

Der Frommestrail ist wirklich ein interessanter, spassiger und vor allem ein abwechslungsreicher Trail, der sich die knapp 10 Kilometer in flowigen Kurven durch alpines Gelände ins Tal schlängelt. Dabei lässt man 1`000 Höhenmeter hinter sich. Der Trail wurde so gekonnt in das Gelänge integriert und ist so schön gemacht.

Biken in Tirol

Was für ein Spektakel, total happy und noch immer geflasht davon, einen solch schönen Trail in einer so unglaublich schönen Landschaft zu fahren, erreichten wir wieder die Waldbahn beim Bikepark.

Wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, wären wir auf jeden Fall noch ein zweites Mal hochgefahren. Aber wir wollten am noch einmal in den Bikepark. Eins war uns jedoch klar, diesen Mega-Trail haben wir nicht das letzte Mal gemacht.

Unser Fazit

Ein Bikepark mit super angelegten Strecken und extrem viel Varianten – man kann ziemlich alles untereinander Mischen und bekommt dadurch eine grosse Abwechslung. Gepaart mit traumhaft schönen Single-Trails und der unglaublichen Freundlichkeit der Tiroler – ob in der Unterkunft, im Bikepark/-shop oder Restaurant – ist diese Region der Bike-Hit mit absoluten Sucht-Potential.

Zudem macht das vielfältige Angebot diesen Park absolut familientauglich – ob gross oder klein. Hier kommt jeder auf seine Kosten.

Zudem gibt es neben den Bike-Möglichkeiten zahlreiche Ausflugsmöglichkeiten, Spielplätze, Seen sowie den Sommer-Funpark. Diese Region eignet sich generell für Familien oder auch für Gruppen, in denen nicht jeder auf zwei Rädern unterwegs ist.

Nie hätte ich gedacht, dass mir das Biken bzw. Bike-Ferien derart Spass bereiten würde. Dieser Ausflug hat Geschmack auf viele weitere Bike-Abenteuer gemacht.

Frommestrail Tirol

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